Die Grabung

Im Zuge der Sanierung und Neubebauung haben auf dem Grundstück 2013/2014 umfangreiche archäologische Untersuchungen stattgefunden. Keramik der „Havelländischen Kultur“ zeigt, dass die siedlungsgünstige Anhöhe oberhalb des Ufers bereits in neolithischer Zeit, also vor über 5000 Jahren bewohnt war. Auch zu mittelslawischer Zeit waren hier wieder Menschen ansässig. Ein Hausgrundriss aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gehört zur frühen Anlage der Altstadt. Die über 800 Jahre dauernde Nutzung als innerstädtisches Wohn- und Geschäftsgrundstück hat sich in Kulturschichten, Ofenresten, Laufhorizonten, zahlreichen Gruben und Resten von Nebengebäuden niedergeschlagen, die im Boden erhalten geblieben sind und durch die Grabung wieder ans Licht kamen. Typisch für mittelalterliche Hofflächen ist eine dichte Belegung mit „Schindergruben“, in denen man verendetes Vieh eilig eingrub, um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern.