Presseinformation

27.01.2016

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

niedergelegte Kränze
Ansprache der Oberbürgermeisterin
Ansprache der Gedenkstättenleiterin Dr. Sylvia de Pasquale
Oberbürgermeisterin und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Walter Paaschen, legen einen Kranz nieder.
Reflexion von Schülern des Brecht-Gymnasiums
Vertreter des öffentlichen Lebens sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt nahmen teil.

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus legten am Mittwoch, 27.01.2016, Vertreter des öffentlichen Lebens sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Rahmen einer Gedenkveranstaltung Kränze an der Gedenkstätte für die Opfer der "NS-Euthanasie" nieder, um an die Millionen Menschen zu erinnern, die durch das Nazi-Regime entrechtet, verfolgt, gequält oder ermordet wurden.


„Für mich war, ist und bleibt es für immer unfassbar, dass mitten im Herzen unserer altehrwürdigen Stadt der Auftakt für diese beispiellose Mordaktion vollzogen wurde“, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann in ihrer Ansprache. Weiter sagte sie: „Für Brandenburg an der Havel, für uns Brandenburgerinnen und Brandenburger, stellt sich die Verpflichtung zum Gedenken in besonderem Maße. Denn hier bei uns befinden sich Orte, die mit dem nationalsozialistischen Terror auf das Engste verbunden sind. Hier wurden Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugung, ihres Glaubens oder ihrer Herkunft drangsaliert und ermordet. Hier wurden Menschen das Recht auf Leben abgesprochen und der Vernichtung preisgegeben, weil sie von selbsternannten Herrenmenschen als „lebensunwert“ eingestuft wurden. Nur aus der Erkenntnis der begangenen Verbrechen kann ein Erinnern, kann ein Gedenken möglich sein. Oder anders ausgedrückt: Erinnern, um zu lernen, gedenken, um zu verstehen. Das gilt mehr denn je in der heutigen Situation, wo die Gefährdungen in der Welt, in Europa und auch bei uns in Deutschland wieder zunehmen und die Auswirkungen von Terror, Flucht und Vertreibung uns ganz direkt im Alltag betreffen.“


Nach der Kranzniederlegung wurde durch die Gedenkstätte geführt. Anschließend stellt Dr. Leonore Ansorg ihr Buch "Politische Häftlinge im nationalsozialistischen Strafvollzug: Das Zuchthaus Brandenburg-Görden" in der Fouqué-Bibliothek vor.