Presseinformation

25.11.2010

Mit dem Minister im Fachgespräch

Am Dienstag, 23.11.2010, fand  das diesjährige Branchengespräch der Oberbürgermeisterin mit Vertretern von Landwirtschaftsbetrieben statt. Neben Verwaltungsmitarbeitern der Stadt sowie des Landkreises Potsdam-Mittelmark waren 16 Vertreter von Landwirtschaftsbetriebe und des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark ins Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) der Stadt Brandenburg an der Havel gekommen. Als besonderer Gast konnte diesmal Jörg Vogelsänger, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, begrüßt werden.

Nach ihren einleitenden Bemerkungen übergab Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann das Wort an den Minister, der in seinen Ausführungen auf die mögliche zukünftige Entwicklung der Agrarpolitik einging. Er zeigte in seinem Vortrag insbesondere die Schwerpunkte der Arbeit seines Ministeriums für die kommenden Jahre auf und machte deutlich, dass er sich trotz der notwendigen Einsparungen im Landeshaushalt für die Belange der Landwirte einsetzen wird. Die Entwicklung der  ländlichen Räume mit ihren unterschiedlichen Potenzialen sowie der Erhalt vorhandener Arbeitsplätze in der Landwirtschaft stellen dabei wesentliche Ziele dar. Außerdem ging der Minister auf den ihm zurzeit vorliegenden ersten Vorschlag der EU-Kommission zur geplanten Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik in der Zeitspanne von 2014 bis 2020 ein.

Im Anschluss bekamen die Anwesenden die Möglichkeit, sowohl dem Minister als auch der Oberbürgermeisterin Fragen zu stellen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte dann der neue Geschäftsführer des Zweckverbandes Bundesgartenschau 2015 Havelregion, Erhard Skupch, die Ziele, Investitionen und zeitnahen Maßnahmen für die geplante BUGA vor. Dabei war für die anwesenden Landwirte vor allem von Interesse, wie sie sich mit ihrem Unternehmen in die BUGA einbringen können. Geschäftsführer Skupch machte einige Vorschläge und animierte die Agrarbetriebe, sich aktiv an der Ideenfindung sowie deren Umsetzung zu beteiligen.

Den Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung gestalteten Verwaltungsmitarbeiter der Bereiche Landwirtschaft und Umwelt, die kurze Ausführungen zu aktuellen Themen ihres jeweiligen Arbeitsgebietes machten. Danach konnten die Landwirte den individuellen Informations- und Gedankenaustausch pflegen oder den anwesenden Vertretern der Verwaltungen bzw. des Kreisbauernverbandes fachliche Fragen stellen.

Wenngleich in diesem Jahr die Beteiligung der landwirtschaftlichen Unternehmen im Vergleich zu den Vorjahren zahlenmäßig etwas geringer ausfiel, so bestand doch Einigkeit darüber, auch zukünftig an diesem speziellen Branchengespräch festzuhalten.  Minister Jörg Vogelsänger sagte schon jetzt seine Teilnahme im nächsten Jahr fest zu.

Die Tradition der Branchengespräche wurde von Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann bereits kurz nach ihrem Amtsantritt vor sieben Jahren ins Leben gerufen. Seither finden jährlich mehrere themen- und fachspezifische Treffen mit Vertretern unterschiedlicher Branchen statt, die die Fachgruppe Wirtschaftsförderung und Arbeitsmarkt der Brandenburger Stadtverwaltung organisiert und zu denen auch immer Repräsentanten anderer Verwaltungen und Experten von verschiedenen Institutionen eingeladen werden. Einmal im Jahr gibt es auch ein Branchengespräch für landwirtschaftliche Unternehmen, die ihren Betriebssitz bzw. ihre zu bewirtschaftenden Flächen im Stadtgebiet von Brandenburg an der Havel haben.

 

Zahlen und Fakten:

  • in der Stadt Brandenburg an der Havel gibt es rund 6.800 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (Grün- und Ackerland)
  • das entspricht einem Anteil an der Gesamtfläche des Stadtgebietes von  29,60 %
  • bewirtschaftet wird diese Fläche von 45 Agrarbetrieben im Haupt- und Nebenerwerb bzw. privaten Landnutzern
  • 22 davon haben ihren Betriebssitz im Stadtgebiet und die übrigen mit einer Hofstelle auf dem Gebiet des Landkreises Potsdam-Mittelmark
  • im Stadtgebiet sind insgesamt etwa 300 Erwerbstätige im Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei tätig
  • im Jahr 2010  stellten 21 landwirtschaftliche Unternehmen mit Betriebssitz im Stadtgebiet individuelle Anträge auf Agrarfördermittel
  • die Mehrheit der auf dem Territorium der Stadt Brandenburg an der Havel ansässigen Landwirtschaftsunternehmen sind so genannte Gemischtbetriebe, die sowohl Ackerbau als auch Viehzucht betreiben
  • seit 2010 gibt es keinen Milchproduzent mehr in der Stadt
  • der städtische Agrarsektor ist durch Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe geprägt sowie durch die Hobbylandwirtschaft in den Ortsteilen