Presseinformation

28.07.2015

See übergeben

Finanzminister Christian Görke überreicht symbolisch Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann und dem Ortsvorsteher von Wust Lothar Schmidt (re.) den "Bruchhavelteich".

Am Dienstag, 28.07.2015, übergab Finanzminister Christian Görke symbolisch den Havelbruchteich an Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann.

 

Die übertragenen Wasserflächen von 16,59 ha schaffen eine Verbindung zwischen bereits vorhandenen weiteren Eigentumsflächen der Stadt Brandenburg an der Havel. Durch die Komplettierung der städtischen Eigentumsflächen entsteht eine zusammenhängende einzigartige Naturschutzfläche von ca. 37,60 ha.

 

Bei den Wasserflächen handelt es sich um Flächen eines bereits zu DDR -Zeiten aufgegebenen alten Torfstichs der sich mit Wasser gefüllt hat. Sie liegen in einem hochsensiblen Teil des Naturschutzgebietes Mittlere Havel als Teil zweier europäischer Schutzgebiete (Mittlere Havel und Havelniederung). Außerdem befinden sich die Flächen im festgelegten Überschwemmungsgebiet der Havel und dürfen daher nicht beseitigt, auf- oder zugeschüttet oder baulich genutzt werden. Durch Zusammenführung des Eigentums ist für die Zukunft eine naturverträgliche Nutzung und Entwicklung der Gesamtfläche sichergestellt. Eine zukünftige naturverträgliche fischereiliche Nutzung ist möglich, es bestehen bereits über verschiedene Flächen Verträge mit dem Landesanglerverband.

 


Genau Lage und Bezeichnung
Bei der Übertragung der Flächen im Ortsteil Wust handelt es sich um die Flurstücke   210/1 und 210/2 im Wust-Flur 1 mit einer Gesamtgröße von 165.953 m².

 

Die exakte offenbar historisch überkommene Bezeichnung ist "Die Bruchkaveln" dem wurde im Grundbuch und Kataster u.a. die Nutzungsart Wasserfläche und "Teich" hinzugesetzt. Umgangssprachlich wurde daraus dann auch der "Bruchkavelteich" oder wegen seiner Nähe zur Havel von vielen auch "Bruchhavelteich" genannt. In Wust sind  „Die Bruchkaveln" auch unter „Der Alte Torfstich" bekannt.

"Die Bruchkaveln" ist hierbei letztlich ein historischer Eigenname für eine Landschaft. Bei Kaveln oder Caveln handelt es sich meist um durch Gräben unterteilte Wiesenflächen. Eine Cavel war hier ein Stab mit einer eingeschnitzten Hausmarke zur Verlosung von Acker- und Wiesenstücken. Hierbei ist offen, ob Kavel oder Cavel ein deutsches oder ein wendisches Wort ist. Wahrscheinlich ist aber wohl der wendische Ursprung, denn da bedeutet verkaweln = verlosen.

 

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