Presseinformation

28.03.2017

Stasi-Unterlagenbehörde informiert

Bürgerberatung, Ausstellung und Vortrag über das Wirken der Stasi in Brandenburg an der Havel

Flyer zur Veranstaltung, Bild: Unerschlossenes Aktenmaterial des BStU (Quelle: BStU)

Am Dienstag, dem 11. April 2017 laden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stasiunterlagenbehörde - Außenstelle Frankfurt (Oder) wieder zu einem Informationstag in das Altstädtische Rathaus am Altstädtischen Markt 10 ein.

 

In der Zeit von 14.00 - 19.00 Uhr werden im Rahmen einer Bürgerberatung Fragen rund um die persönliche Akteneinsicht und die Nutzung der Stasi-Unterlagen beantwortet und Anträge auf Auskunft, Akteneinsicht bzw. Herausgabe von Kopien aus Unterlagen der Staatssicherheit entgegengenommen. Ebenfalls können sich die Bürgerinnen und Bürger über ihre eventuell vorhandenen Stasi-Unterlagen beraten lassen.

 

Für den Antrag wird eine Identitätsbescheinigung benötigt. Diese wird bei Vorlage eines Personaldokuments gleich vor Ort erstellt, was den Weg zur Meldebehörde erspart.

 

Sollten Sie nicht selbst zur Bürgerberatung kommen können, informiert Sie die Außenstelle Frankfurt (Oder) gern telefonisch, wie der Antrag auf Akteneinsicht dann gestellt werden kann.

 

Anfragen sind unter folgender Nummer und Sprechzeit möglich:

Telefon: (0335) 60 68 - 0
Montag bis Donnerstag: 08.00 - 17.00 Uhr
Freitag: 08.00 - 14.00 Uhr

 

Die Bürgerberatung der Zentralstelle in Berlin erreichen Sie unter:
Telefon: (030) 23 24 - 70 00

 

Den Antrag auf Akteneinsicht können Sie herunterladen und ausdrucken.


An diesem Tag ist auch ein Mitarbeiter der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen kommunistischer Diktatur (LAkD) vor Ort. Menschen, die von DDR-Unrecht betroffen sind, können sich von diesem beraten lassen.

 

Um 17.00 Uhr hält Referent Rüdiger Sielaff, BStU, zum Thema "Beobachten. Verfolgen. Zersetzen - Das Wirken der Stasi in Brandenburg an der Havel" im Rolandsaal einen interessanten Vortrag.

 

Die Stasi war im Herbst 1989 - nach fast genau 40 Jahren - am Ende. Als wichtigstes Instrument der SED-Führung hatte sie das produziert, was jede Diktatur braucht: die Angst der Menschen. Außen die Mauer und innen die Stasi. Anders hätte die SED-Diktatur nicht existieren können.

 

Das MfS versuchte, mit seinen Spitzeln und Einflussagenten die gesamte Gesellschaft zu unterwandern und den Widerstand der Menschen schon im Keime zu ersticken. 1989 arbeiteten ca. 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter/innen in 15 Bezirksverwaltungen, 209 Kreisdienststellen und 7 sogenannten Objektdienststellen, wie beispielsweise der Objektdienststelle "Schwarze Pumpe".

 

In seinem Vortrag verdeutlicht Rüdiger Sielaff, wen das Ministerium für Staatssicherheit als Feind ausmachte: das eigene Volk. Ob Jugendliche, Arbeiter, Kirchenvertreter, Lehrer oder gar die eigene Polizei - niemand war vor den Machenschaften der Stasi sicher.

 

Des Weiteren kann man an diesem Tag die Ausstellung "Stasi Ohn(e)Macht" besichtigen.

 

Zur Ausstellung "Stasi Ohn(e)Macht"

1989: Immer mehr wächst der Widerstand der DDR-Bevölkerung gegen die SED-Herrschaft. Der lang angestaute Unmut über das Leben in der Diktatur, über die politische Verfolgung und geistige Enge in der DDR münden schließlich in die friedliche Revolution. Ein Meilenstein der Revolution ist die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Als "Schild und Schwert der Partei" hatte das MfS jahrzehntelang die Existenz des SED-Regimes gesichert.

 

Die Ausstellung dokumentiert anhand zeitgenössischer Fotos den erfolgreichen Widerstand der DDR-Bevölkerung gegen das SED-Regime und seine Geheimpolizei. Sie richtet die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Ereignisse vor Ort. In verschiedenen regionalspezifischen Ausgaben vermittelt die Ausstellung einen lebendigen Eindruck von dem Geschehen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Ost-Berlin im Herbst 1989.

 

Abgerundet werden die jeweiligen Landesversionen durch einen gemeinsamen Einführungs-, Chronologie- und Schlussteil.